Lowtec gGmbH
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08.03.2010
Hartz IV verleitet nicht zu Müßiggang

Eine Reihe von Studien zeigt, dass der Hartz IV-Bezug die Menschen nicht zum Müßiggang verleitet, sondern sie weiterhin in Bewegung sind und sich um eine erwerbsarbeitsorientierte Beschäftigung bemühen. Jüngst hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der BA dieses in einer Untersuchung wieder herausgefunden.
Nachfolgend die Zusammenfassung der Studie:
Der in der Anlage befindliche Forschungsbericht präsentiert Befunde aus den ersten beiden Wellen der qualitativen Panelstudie „Armutsdynamik und Arbeitsmarkt“. Neben einigen grundlegenden Informationen zum Untersuchungsdesign der Studie umfasst der Bericht Ergebnisse zu folgenden Themenbereichen: biographische Bedeutung des SGB-II-Hilfebezuges, Wahrnehmung und Erfahrung der Hilfegewährung, materielle Versorgungslage von Hilfebedürftigen, Entwicklung des Arbeitsvermögens im Leistungsbezug, Entstehung und Verlauf prekarisierter Erwerbsbiographien.
Die im bisherigen Untersuchungszeitraum vorliegenden Fallbeobachtungen verweisen insgesamt darauf, dass sich das Leben im Hilfebezug bei einem Großteil der Befragten in Bewegung befindet, eine hohe Varianz aufweist und von Mobilität und Flexibilität geprägt ist.
Die vielfältigen, auch eigeninitiativ ergriffenen Aktivitäten der Hilfebezieher widersprechen deutlich dem bisweilen in der Öffentlichkeit präsenten Bild des passivierten Transferleistungsempfängers, der es als erstrebenswert empfindet, ein Leben im Hilfebezug zu führen.
Es zeigt sich vielmehr, dass das Erreichen erwerbsbiographischer Stabilität ein Hauptziel der Befragten darstellt.
Selbst dort, wo nicht bereits eine resignative oder fatalistische Grundstimmung Platz gegriffen hat, liefen jedoch die auf nachhaltige Erwerbsintegration gerichteten Aktivitäten zumeist ins Leere, wenngleich durch prekäre Formen der Beschäftigung durchaus kurzfristige Verbesserungen erzielt werden konnten.
In diesem Zusammenhang ist auf einen Artikel des Tagesspiegels vom 7. März 2010 hinzuweisen: „Abgekoppelt, ausgegrenzt und abgeschrieben.“, TSP, Weiterbildung K12. In dem von Saskia Wendt verfassten Artikel wird die relative Bedeutungslosigkeit der vielen Aktivierungshilfen beschrieben. „Die meisten lassen die Maßnahmen über sich ergehen“ heißt es da an einer Stelle. Oder: „Bei den angebotenen Trainingsmaßnahmen für Hartz IV-Empfänger sind die Dozenten vielfach Psychologen – ohne Kenntnisse über den Arbeitsmarkt. Die Qualität ist das Problem. Bei den Teilnehmern sitzen vielfach überdurchschnittlich viele Geringqualifizierte ohne Berufsabschluss, von denen viele nicht wissen, was sie eigentlich wollen.“
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